Wenn Katzen streiten

von | Sep. 20, 2024 | Uncategorized, Mehrkatzenhaushalt | 0 Kommentare

Warum „Wann hören meine Katzen endlich auf zu streiten?“ nicht die richtige Frage ist

Läuft es bei Deinen Katzen auch nicht „rund“?. Ich kenne das leider aus eigener Erfahrung sehr gut. Bei uns war es so, dass Helli und Clärchen sich von einer Sekunde auf die andere plötzlich nicht mehr verstanden haben und es gab richtig handfesten Stress. Ich habe mich damals sehr oft gefragt, warum meine Katzen nicht einfach wieder freundlich miteinander umgehen können, das war doch vorher auch möglich!

Es hat insgesamt 2 lange Jahre gedauert, bis wir wieder alle friedlich zusammenleben konnten – ein langer und sehr lehrreicher Weg, der mich dazu gebracht hat, Katzenlächeln zu gründen und anderen Katzenmenschen in ähnlichen Situationen zur Seite zu stehen.

Jede Katze hat ihre ganz eigene Persönlichkeit und eigene Verhaltensmuster. Statt jedoch tatenlos darauf zu vertrauen, dass die Katzen ihren Stress schon irgendwie allein unter sich regeln, ist es sinnvoller, zu verstehen, warum Katzen überhaupt streiten und was hinter ihrem Verhalten steckt. Abwarten ist hier sicherlich die schlechteste Lösung. Warum?

Stell‘ Dir vor, Du musst mit jemandem, den Du nicht leiden kannst und der Dich immer mal wieder bedroht, in einem Haus zusammenleben. Dort gibt es keinen Fernseher und auch ansonsten nicht viel Abwechslung. Raus darfst Du nur selten.

Es leben dort auch andere Menschen, aber die interessieren sich nicht für Dich und Deine Sorgen, obwohl Du ihren Schutz und ihre Hilfe suchst. Sie übergehen Deine Angst und denken sich, dass Ihr das wohl unter Euch regeln werdet.

Wie fühlst sich das für Dich an? Nicht gut, oder?

Wäre es nicht viel schöner, wenn da jemand ist, der jeden von Euch anhören und nach Euren Problemen fragen würde? Der quasi vermittelt und Euch hilft, ein friedliches Miteinander zu finden?

Die bessere Frage im Hinblick auf Deine Samtpfoten könnte also lauten: „Was kann ich tun, um meine Katze in einem friedlichen Miteinander zu unterstützen?“

Mir ist es ganz wichtig, mit diesem Mythos „Das müssen die unter sich regeln“ aufzuräumen – er ist weder hilfreich noch zielführend, wie Dir das eben genannte „Menschenbeispiel“ sicherlich deutlich macht.

Wenn unsere Katzen streiten, brauchen sie unsere Hilfe!

Das können wir tun: 

1. Mögliche Auslöser herausfinden

Das ist wichtig, um den Stress auf beiden Seiten zu minimieren. Denn: nicht nur die angegriffene Katze hat Stress, dem Angreifer geht es auch nicht gut! Wir neigen häufig dazu, Partei für das Opfer zu ergreifen. Das ist ja auch völlig verständlich, wir wollen ja nicht, dass evtl. noch Schlimmeres passiert. ABER: Der Angreifer hat ebenfalls Stress, Frust oder ein anderes negatives Gefühl, was es von unserer Seite aufzulösen gilt. 

 2. Kommunikation und Körpersprache unserer Katzen verstehen

Um das Verhalten unserer Samtpfoten richtig einzuordnen, müssen wir unsere Katzen verstehen. Die kätzische Kommunikation ist teilweise sehr subtil und es lohnt, sich ernsthaft damit zu beschäftigen. Es kursiert z. B. immer noch das Missverständnis, dass eine fauchende Katze aggressiv ist. Fauchen an sich gehört jedoch zu den defensiven Verhaltensweisen und heißt zunächst einmal: „Hey, Du bist mir zu nah, bitte halte mehr Abstand!“. Allerdings kann – wenn dem Wunsch nach Distanz nicht Rechnung getragen wird – darauf durchaus ein aggressives Verhalten folgen. 

3. Kätzische Bedürfnisse erkennen und erfüllen

Das ist ein weites Feld, denn unsere Samtpfoten brauchen mehr als Futter, einen Kratzbaum, eine Katzentoilette und eine Spielzeugmaus. Häufig sind nicht erkannte unbefriedigte Bedürfnisse die Ursache für Spannungen zwischen Katzen. Nicht katzengerechte Fütterung, mangelnde Beschäftigung, unzureichende Ressourcen sind nur einige Punkte, zu denen wir hinschauen sollten, wenn unsere Katzen Probleme miteinander haben.

 

WICHTIG: Wenn sich das Verhalten Deiner Samtpfote(n) verändert, lasse sie zunächst medizinisch untersuchen! Unsere Katzen sind Meister im Verbergen von Schmerzen, weshalb meist erst einige Zeit ins Lang geht, bis wir über verändertes Verhalten darauf aufmerksam werden.

Je besser wir unsere Samtpfoten mit all ihren Facetten kennen, desto leichter können wir Spannungen erkennen und auflösen. Unterstütze Deine Katzen auf konstruktive Weise und hilf ihnen, wieder in ihr kätzisches Gleichgewicht zu gelangen. Hole Dir ggf. professionelle Unterstützung.

Und falls Du noch unsicher bist, ob die Differenzen zwischen Deinen Katzen spielerisch sind oder ob mehr dahintersteckt, habe ich etwas für Dich: meine 0 Euro-Checkliste „Spielen sie noch oder streiten sie schon?“ Du erhältst damit wertvolle Infos, woran Du erkennen kannst, dass noch alles „im grünen Bereich ist“ bzw. ob Dein konstruktives Eingreifen erforderlich ist.


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Über Katzenlächeln

Ich bin Christiane – Verhaltensberaterin für Katzen und Gründerin von Katzenlächeln.

Ich begleite Dich dabei, das Verhalten Deiner Katze wirklich zu verstehen – im Alltag, bei Unsicherheiten oder wenn sich etwas verändert.

Dabei geht es nicht um schnelle Tipps, sondern um Verständnis, Zusammenhänge und Lösungen, die im Alltag funktionieren.

Ein besonderer Herzensbereich meiner Arbeit ist das Leben mit Seniorkatzen.

Hier findest Du Orientierung und Impulse für ein achtsames Miteinander – ein ganzes Katzenleben lang.


 

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